Operation Aufstieg in die Regionalliga Nord-Ost gelungen
1. Herren 40 des SC Condor-Tennis siegen souverän

von Andreas Becker

Der Tag beginnt nicht gut. Holger sucht seinen Rasierer, ich finde meine Bananen nicht und Patrick Kühnen hängt leider bei den US Open fest. Also muss unser Philip den Teamchef geben, macht er ja auch ganz gut, sieht ja mit seiner weißen Mütze sowieso eh so aus wie Niki Pilic.

Warten auf das nächste Wunder vom Bern (er Heerweg!). Immerhin Kaiserwetter, 20 Grad, Shorty hat für die notwendigen Kaltgetränke gesorgt, Andrè, unser “Langer“, hat die Bar bestens im Griff.

Tatjana ist ein wenig unausgeschlafen, immerhin die vollverspiegelte Augenbedeckung macht sie auch an diesem Morgen zu einer makellosen Schönheit hinter dem Tresen. Während sich der Rasierer schnell wieder findet, suche ich verzweifelt nach meiner Bananentüte. Sollten die gut gelaunten Jungs aus Wannsee dahinter stecken? Man weiß ja nie, aber nein, Wannsee liegt ja im Westen der Stadt, die hatten immer genug Obst… Immerhin die Krümmfrüchte finden sich, ich hatte sie in meiner Aufregung tief in meiner nicht ganz so gut sortierten Tasche versteckt.

Herren 40Weiße Bären Wannsee. Ein völlig unbeschriebenes Blatt. Eine Balkantruppe. Harter Akzent: man spricht serbisch oder das was ich mir darunter vorstelle. Immerhin Knut der Kuschelbär ist nicht dabei, der hätte uns wirklich Angst gemacht.

Zwo-vier-sechs: endlich geht es los. Unser Jesco (von Heintze) auf dem Center Court. Tut sich schwerer als sonst.. Er ist total genervt von seinem Gegner, ein kleiner Verbal-Neurotiker, der immer wissen will wie es steht, vor jedem Ballwechsel. Alzheimer oder Marotte oder beides? Es wird immer sein Geheimnis bleiben. Und er spricht Jesco auch noch ständig beim Namen an. Nachdem unser Großmeister gefühlte 99 mal “Jesco wie steht es” überstanden hat, hat er auch das Spiel im Griff: 6:3, 7:6!

Im Käfig nebenan ist es sehr sehr laut. Der größte Stöhner in der Geschichte des SC Condor ist in seinem Element. Ein Konflikt mit der Hamburger Lärmschutzverordnung überschattet das Match. Unser “Langer” bringt es so auf den Punkt: “So ein Krach und dann kriecht die Kugel mit 17 Stundenkilometern übers Netz.” Ich schäme mich für nichts, auch nicht für meinen komischen Vorhandgriff, Gott sei Dank gucken nicht so viele Kinder zu, die bei dieser Schlägerhaltung auf krumme Gedanken kommen könnten… Immerhin 6:1, 6:1! Wir führen 2:0!!! Und Peter Kirsch hat den Matchball sogar mit seiner Videokamera auf Band. Der Mann weiß eben, wann man draufhalten muss.

Philip hat keinen guten Tag. Unser Kapitän verliert im Match-Tiebreak. Nur noch 2:1! Die Doppelbelastung ist vielleicht doch zu viel. Patrick Kühnen ist leider immer noch nicht zu sehen!.

Zweite Runde mit Holger, Andreas und Artur. Was für ein Spektakel auf dem Center Court. Holger Prehn - unsere Nummer eins - seziert seinen Gegner. Mit der derselben Sorgfalt, mit der er normalerweise seine Tasche packt, nimmt er seinen Gegner auseinander. Eine perfekt sortierte Spielstrategie. Wie am Reißbrett zelebriert er seine Schläge. Gerade mal ein Ehrenspiel bekommt der arme Berliner Weissbär.3:1! Das Wunder nimmt seinen Lauf.

Andreas Poth ist nicht in Form. “Ich bin nervös, das Gefühl kenne ich gar nicht” wundert er sich. Aber “Mister Rückhand” erholt sich, er beisst sich rein, Andreas macht den wichtigen 4. Punkt am Ende ganz souverän. Die weißen Bären staunen “die müssen einen Rückhand-Trainer hier haben!” 4:1! Noch ein Punkt bis zur Regionalliga…..

Die Massen (nach ersten Schätzungen 77 Zuschauer) strömen zum Trainerplatz. Artur quält sich. Er hat es mit einem 45jährigen Schnippelmeister zu tun, der aussieht wie ein 55jähriger aber rennt wie ein 35jähriger. Erster Satz 5:7, dann gleicht Artur aus: Matchtiebreak. Stefan, der Berliner Ingenieur greift zum Äußersten: eine krumme Tupperware, gelb in Bananenform kommt aus seiner Tasche zum Vorschein! Und darin - oh Wunder - eine echte Banane, nachweislich keine der meinigen, aber immerhin geeignet , unserem Flachland-Muster (gemeint ist unser Ösi Artur in Anlehnung an sein Idol Thomas) den letzten entscheidenden Widerstand entgegen zu setzen….

Das Relegationsmatch taumelt seinem Höhepunkt entgegen. Artur, der ungekrönte Winterkönig des Matchtiebreaks behält die Nerven 5:1! Aufstieg! Party, bis uns der “Stangelwirt” (das ist unser Bernd, der mit der Stange) in den frühen Morgenstunden raus wirft.
Der Metall-Träger in der Mitte der Tanzfläche muss nun endlich einer Edelstahlverchromung zugeführt werden, so erfordern es die Statuten der Regionalliga, tut uns leid für den Vorstand, der wahrscheinlich nach dem Anbau unseres neuen Presseraumes (oder soll das doch eine VIP Loge für die Regionalliga sein?) pleite sein könnte.

Ach ja, Patrick Kühnen wird dann doch erst zur Winterrunde erwartet, rechtzeitig vor der ersten Daviscup Partie gegen Südafrika. Wir haben ihm das Video unseres Chefkameramannes Peter Kirsch zugeschickt, sicher ist sicher, falls Kohli und Beck weiter so schwächeln!

Herren 40